Donnerstag, 14. April 2016

Rückblick auf eine Lesung in Georgsmarienhütte

Artikel aus der neuen Osnabrücker Zeitung zur Lesung in Georgsmarienhütte.



Ex-GMHütter Rolf Glöckner schreibt Fantasy-Romane



Der in Georgsmarienhütte aufgewachsene Autor Rolf Glöckner schreibt Fantasy-Romane. Foto: privat
Georgsmarienhütte. Wenn ein Spiegel zu Boden fällt, verheißt dies einem alten Aberglauben zufolge nichts Gutes – allerdings nicht für Rolf Glöckner: Ein aus der Fassung gefallener Spiegel inspirierte den in GMHütte aufgewachsenen Oldenburger zu seinem ersten Fantasy-Roman „Spiegelwelten: Die zwölf Bücher“. Inzwischen hat der 71-Jährige zwei weitere „Spiegelwelten“-Romane veröffentlicht und arbeitet an einem vierten Buch.
Es war ein Nachmittag im Jahr 2010: Rolf Glöckner war allein in seinem Haus in Oldenburg, als er plötzlich einen lauten Knall hörte. Als er genauer nachsah, bemerkte er, dass ein Spiegel sich aus der Fassung einer alten Frisierkommode gelöst hatte und auf den Boden gefallen war. Nachdem Glöckner eine Weile auf den noch intakten Spiegel gestarrt hatte, kam ihm die Idee, ein Buch über Spiegel und geheimnisvolle Bücher zu schreiben – der Auftakt für seinen Romanerstling „Spiegelwelten: Die zwölf Bücher“.
Darin erzählt Glöckner von den Abenteuern der Geschwister Tom und Carolyn, für die ein Spiegel und ein Buch Tore zu fantastischen Welten werden. „Es gestaltete sich zunächst einmal schwierig, sich in eine neue Materie einzuarbeiten und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen“, erinnert sich der Autor. Zunächst erschien ihm die Geschichte nicht als stimmig, bis ihm schließlich die Idee für einen zweiten Handlungsstrang kam: „Dann ging alles ganz schnell.“
Suche nach einem Verlag
Danach versuchte Glöckner erfolglos, einen Verlag zu finden. Zunächst verlegte er das Buch selbst, bis der kleine Salonlöwe-Verlag aus Mainz auf Glöckner aufmerksam wurde, mit ihm einen Vertrag abschloss und sein Debüt sowie die beiden Nachfolger „Spiegelwelten: Der Kristallkrieg“ und „Spiegelwelten: Das Hexenschloss“ veröffentlichte.
Kindheit am GMHütter Osterberg
Aufgewachsen ist Glöckner ist Georgsmarienhütte am Osterberg, in einer ehemaligen Klöcknersiedlung. Sein Interesse galt immer der Astrophysik, auf Wunsch seiner Familie absolvierte er jedoch eine Ausbildung bei Möbel Wiemann, wo er – nachdem er für den Bruder seines Chefs ein Kofferradio repariert hatte – das Angebot bekam, in die Datenverarbeitung zu wechseln.
Durch seinen Wehrdienst verschlug es ihn nach Oldenburg. Im Anschluss arbeitete er bei verschiedenen Firmen, zuletzt als Projektmanager bei IBM im In- und Ausland. Immer mal wieder schrieb Glöckner kleine Geschichten für seinen Blog, die oftmals von seiner Kindheit in GMHütte handeln. Wirklich intensiv widmet er sich dem Schreiben jedoch erst, seit er im Ruhestand ist. „Ich sehe das als eine Freude, meine Gedanken schweifen zu lassen“, meint der 71-Jährige.
Liebe zum Erzählen von der Oma geerbt
Glöckner ist niemand, der die Handlung seiner Romane vorher im Detail ausarbeitet. Eher seien es einzelne Motive, die ihn inspirieren. „Ich trage immer eine kleine Kladde mit mir herum und manchmal schreibe ich so ein ganzes Kapitel“, berichtet der 71-Jährige. „Ich kann Geschichten einfach so aus dem Kopf entwickeln.“ Eine Fähigkeit, die er – das ist sich Glöckner sicher – von seiner Großmutter geerbt hat. „Oma konnte fantastisch erzählen“, erinnert er sich. Wenn er sie als Kind besuchte, dachte sie sich bei Kakao und Keksen spontan Geschichten für ihren Enkel aus. Seine Großmutter war es auch, die ihm das Lesen beibrachte, bevor er in die Schule kam. „Meinen ersten Karl-May-Roman habe ich mit sechs Jahren gelesen“, erklärt Glöckner.
Fantasykrimi erscheint im Sommer / Herbst
Fantasygeschichten sind für Glöckner moderne Märchen. Drachen, Trolle und selbst erdachte Wesen bevölkern seine Romane. „Das ist was zum Entspannen“, meint der Autor. Inzwischen arbeitet er an seinem vierten Buch, einem Fantasykrimi – und das, obwohl Glöckner eigentlich überhaupt kein Fan von Mord und Totschlag in Literaturform ist.
Nichtsdestotrotz beginnt sein neuestes Werk mit einem Toten, der in Oldenburg mittels Obsidian-Dolch ins Jenseits befördert wurde. Der Sohn des Opfers erlebt derweil auf der Nazca-Ebene in Peru merkwürdige Dinge. Wie das alles zusammenhängt und welche Rolle die Figuren aus den „Spiegelwelten“ in dem Roman spielen, können Leser voraussichtlich im Sommer oder im Herbst erfahren, wenn das Buch erscheinen soll.
Lesung in GMHütte
Mit Georgsmarienhütte fühlt sich Glöckner noch immer verbunden, zumal ein Teil seiner Familie noch am Osterberg lebt. Am Mittwoch, 17. Februar, liest er um 16 Uhr bei Kleinheider Hörsysteme in der Hindenburgstraße aus den „Spiegelwelten“. Eine Anmeldung ist erforderlich unter der Telefonnummer 05401/8327080.
Ein Artikel von Danica Pieper

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