Ex-GMHütter Rolf Glöckner
schreibt Fantasy-Romane
Der in
Georgsmarienhütte aufgewachsene Autor Rolf Glöckner schreibt Fantasy-Romane.
Foto: privat
Georgsmarienhütte. Wenn ein Spiegel
zu Boden fällt, verheißt dies einem alten Aberglauben zufolge nichts Gutes –
allerdings nicht für Rolf Glöckner: Ein aus der Fassung gefallener Spiegel
inspirierte den in GMHütte aufgewachsenen Oldenburger zu seinem ersten
Fantasy-Roman „Spiegelwelten: Die zwölf Bücher“. Inzwischen hat der 71-Jährige
zwei weitere „Spiegelwelten“-Romane veröffentlicht und arbeitet an einem
vierten Buch.
Es war ein Nachmittag im Jahr 2010:
Rolf Glöckner war allein in seinem Haus in Oldenburg, als er plötzlich einen
lauten Knall hörte. Als er genauer nachsah, bemerkte er, dass ein Spiegel sich
aus der Fassung einer alten Frisierkommode gelöst hatte und auf den Boden
gefallen war. Nachdem Glöckner eine Weile auf den noch intakten Spiegel gestarrt
hatte, kam ihm die Idee, ein Buch über Spiegel und geheimnisvolle Bücher zu
schreiben – der Auftakt für seinen Romanerstling „Spiegelwelten: Die zwölf
Bücher“.
Darin erzählt Glöckner von den
Abenteuern der Geschwister Tom und Carolyn, für die ein Spiegel und ein Buch
Tore zu fantastischen Welten werden. „Es gestaltete sich zunächst einmal
schwierig, sich in eine neue Materie einzuarbeiten und seiner Fantasie freien
Lauf zu lassen“, erinnert sich der Autor. Zunächst erschien ihm die Geschichte
nicht als stimmig, bis ihm schließlich die Idee für einen zweiten
Handlungsstrang kam: „Dann ging alles ganz schnell.“
Suche nach
einem Verlag
Danach versuchte Glöckner erfolglos,
einen Verlag zu finden. Zunächst verlegte er das Buch selbst, bis der kleine Salonlöwe-Verlag aus Mainz auf Glöckner aufmerksam
wurde, mit ihm einen Vertrag abschloss und sein Debüt sowie die beiden
Nachfolger „Spiegelwelten: Der Kristallkrieg“ und „Spiegelwelten: Das
Hexenschloss“ veröffentlichte.
Kindheit am
GMHütter Osterberg
Aufgewachsen ist Glöckner ist Georgsmarienhütte
am Osterberg, in einer ehemaligen Klöcknersiedlung. Sein Interesse galt immer der Astrophysik,
auf Wunsch seiner Familie absolvierte er jedoch eine Ausbildung bei Möbel
Wiemann, wo er –
nachdem er für den Bruder seines Chefs ein Kofferradio repariert hatte – das
Angebot bekam, in die Datenverarbeitung zu wechseln.
Durch seinen Wehrdienst verschlug es
ihn nach Oldenburg. Im Anschluss arbeitete er bei verschiedenen Firmen, zuletzt
als Projektmanager bei IBM im In- und Ausland. Immer mal wieder schrieb
Glöckner kleine Geschichten für seinen Blog, die oftmals von seiner Kindheit in
GMHütte handeln. Wirklich intensiv widmet er sich dem Schreiben jedoch erst,
seit er im Ruhestand ist. „Ich sehe das als eine Freude, meine Gedanken
schweifen zu lassen“, meint der 71-Jährige.
Liebe zum
Erzählen von der Oma geerbt
Glöckner ist niemand, der die
Handlung seiner Romane vorher im Detail ausarbeitet. Eher seien es einzelne
Motive, die ihn inspirieren. „Ich trage immer eine kleine Kladde mit mir herum
und manchmal schreibe ich so ein ganzes Kapitel“, berichtet der 71-Jährige.
„Ich kann Geschichten einfach so aus dem Kopf entwickeln.“ Eine Fähigkeit, die
er – das ist sich Glöckner sicher – von seiner Großmutter geerbt hat. „Oma konnte
fantastisch erzählen“, erinnert er sich. Wenn er sie als Kind besuchte, dachte
sie sich bei Kakao und Keksen spontan Geschichten für ihren Enkel aus. Seine
Großmutter war es auch, die ihm das Lesen beibrachte, bevor er in die Schule
kam. „Meinen ersten Karl-May-Roman habe ich mit sechs Jahren gelesen“, erklärt
Glöckner.
Fantasykrimi erscheint im Sommer /
Herbst
Fantasygeschichten sind für Glöckner
moderne Märchen. Drachen, Trolle und selbst erdachte Wesen bevölkern seine
Romane. „Das ist was zum Entspannen“, meint der Autor. Inzwischen arbeitet er
an seinem vierten Buch, einem Fantasykrimi – und das, obwohl Glöckner
eigentlich überhaupt kein Fan von Mord und Totschlag in Literaturform ist.
Nichtsdestotrotz beginnt sein
neuestes Werk mit einem Toten, der in Oldenburg mittels Obsidian-Dolch ins Jenseits befördert wurde. Der
Sohn des Opfers erlebt derweil auf der Nazca-Ebene in Peru merkwürdige Dinge. Wie das
alles zusammenhängt und welche Rolle die Figuren aus den „Spiegelwelten“ in dem
Roman spielen, können Leser voraussichtlich im Sommer oder im Herbst erfahren,
wenn das Buch erscheinen soll.
Lesung in
GMHütte
Mit Georgsmarienhütte fühlt sich
Glöckner noch immer verbunden, zumal ein Teil seiner Familie noch am Osterberg
lebt. Am Mittwoch, 17. Februar, liest er um 16 Uhr bei Kleinheider Hörsysteme
in der Hindenburgstraße aus den „Spiegelwelten“. Eine Anmeldung ist
erforderlich unter der Telefonnummer 05401/8327080.
Ein Artikel von Danica Pieper

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